Restauration eines Fleischmann Auto Rallye Rennbahnautos

Dieser Bericht stammt von einem Sammler aus Holland. Der Originalartikel in holländischer Sprache kann unter www.racebaaninfo.nl abgerufen werden.

Aufgrund der kurzen Produktionszeit gehört der gelbe Fleischmann Porsche Carrera C6 zu den sehr seltenen und gesuchten Modellen. Daher ist es nicht einfach, ein schönes und unbeschädigtes Modell zu finden, ohne dafür einiges an Geld zu bezahlen.

In der "Scrachtbox" eines Freundes fand ich zwei stark beschädigte Oberteile eines solchen gelben C6. Das erste wies starke Risse am Heck auf, das zweite war in der Frontpartie durch Bohrungen beschädigt. Die jeweils gegenüberliegenden Seiten waren bis auf Kratzer jedoch intakt. Hier sollte doch eine Restauration möglich sein!!! Mein Freund überließ mir die zwei Teile und wünschte mir Glück!

Ich entschied mich dazu, beide Teile in der Mitte zu trennen. Zugegeben, eine sehr radikale Methode, besonders, da es nach dem Beginn der Arbeit keinen Weg mehr zurück gab.

Mit einem sehr scharfen chirurgischen Messer teilte ich beide Karossen, dadurch ging so gut wie kein Material verloren. Anschließend bearbeitete ich die "Trennstelle" mit Schleifpapier nach, um eine saubere und glatte Kante zu erreichen. Das Zusammensetzen der beiden intakten Hälften musste ohne sichtbare Spuren und in der exakten Länge des urspünglichen Rennbahnautos erfolgen.

2 zerschossene gelbe Fleischmann Porsche Carrera C6
Die getrennten und nicht mehr benötigten Karosserieteile

Nach dem Abschluss dieser Arbeiten war ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden, da sich die Hälften sehr gut zusammenfügten. Dann brachte ich die beiden Teile auf ein Unterteil auf, bei dem ich vorher das komplette Innenleben entfernt hatte, und klebte die beiden Hälften mit einer dünnenen Schicht Sekundenkleber (cyanoacrylaat - kein Gel jedoch auch nicht der ganz dünne Kleber) zusammen. Als der Kleber ausgehärtet war, verstärkte ich die Innenseite noch an der Klebestelle mit sehr hellem Glasfasermaterial (10 gr/m2).

Erster Erfolg
Gelungen!!

Anschließend fügte ich wieder die Fenster und das Innenleben zusammen. Zur Vervollständigung polierte ich noch alte Kratzer aus der Oberfläche und bestückte das Modell mit neuen Abziehbildern und Repro-Spiegeln. Zum Abschluss montierte ich das nun vollständige Oberteil auf ein neuwertiges Unterteil welches mit einem überholten Motor sowie mit neuen Reifen bestückt worden war.

Ich freue mich darüber sagen zu können, dass die Klebestelle mit bloßem Auge kaum mehr zu erkennen ist. Der Porsche ist technisch okay und bereit für neue Rennen. Jedoch ist es meiner Meinung nach auch ein schönes Unikat für die Sammlervitrine. Puristen würden vermutlich die Nase rümpfen, aber wie wir in Holland sagen: "Ein halbes Ei ist besser als eine leere Schale".